Followfriday – Was war er mal? Was bringt er noch?

Den FollowFriday habe ich schon eine halbe Ewigkeit als Thema in der Warteschleife. Die Thematik an sich klingt erst einmal gar nicht so dramatisch, doch beschäftigen man sich mal etwas näher mit dem FollowFriday wird schnell klar, dass er längst nicht allseits so beliebt ist, wie man zu Beginn vermuten mag.

Aber ich möchte das Pferd nicht von hinten aufzäumen und so beginnen wir von vorn.

Wie der FollowFriday entstand und welchen Sinn er hat

Am 16. Januar 2009 erwähnte Micah Baldwin in seinem Twitter-Account erstmals den #followfriday. Er schrieb folgendes:

Was wollte er damit ? Ganz simpel: jeden Freitag empfiehlt ein Twitterer einen oder mehrere andere Twitterer und wiederum dritte Twitterer sollten diesen Empfehlungen – also Accounts – möglichst folgen. Damals war noch nicht einmal ein Hashtag in Sicht. Den erfand ganz schnell Mykl Roventine und so war der #followfriday (bzw. heute oft auch #ff ) geboren. Der Trend schwappte ziemlich flott zu den deutschen Twitter-Usern über und heute ist fast jeder Freitags dabei, wild #ff ´s und #followfriday´s in seine Tasten zu hacken.

Wie ursprünglich gedacht, geht es dabei heute natürlich auch noch um Empfehlungen und  die Möglichkeit, die Zahl der Follower zu erhöhen, indem man empfohlen wird. Ein typischer #followfriday Tweet sieht in etwa so aus:

Es folgt eine kurze Einleitung, eine Aneinanderkettung von Mentions (Erwähnungen) „@twitterusername“ und irgendwo dazwischen befindet sich ein #ff oder #followfriday – Fertig ist die Empfehlung.

#ff 2009 vs. #ff 2010

Liest man sich einige Blogbeiträge zum Followfriday durch, dann fällt auf, dass es inzwischen auch schon eine Menge Ärger rund um den Follofriday gibt und gab. Beispielsweise beschweren sich einige, dass der Wert des Followfridays verloren gegangen wäre, da es sich dabei nur noch um eine (oft sinnfreie) Aneinanderreihung von Mentions handeln würde. Der ursprüngliche Sinn und vor allem die ursprüngliche Handhabe sahen vor, den Mentions auch noch eine Begründung hinzuzufügen, warum diese Accounts „verfolgenswert“ sind. Das ist heute nur noch selten der Fall.

Entwicklung des Followfriday

Doch allen Gegenwinden zum Trotz entwickelte sich der Followfriday zu einer echten Twitter-Tradition, die sich stetig wachsenden Erfolges freuen kann. Dieses Chart aus dem Mashable-Blog zeigt beispielsweise die Verbreitung des Followfriday bis 3 Monate nach der Erfindung durch Micah Baldwin.

 

http://mashable.com/2009/03/06/twitter-followfriday/

 

Und auch heute ist der #followfriday jeden Freitag DAS Thema unter den Twitter-Usern.

Wie der Followfriday heute genutzt wird

Ich hatte es am Anfang erwähnt – Der Aufbau eines Followfriday-Tweets entspricht heute meist einer kleinen Einleitung, die das Thema der empfohlenen User wiedergibt (bspw. Blogger, PR Infos, Urlaubs-Infos, Wetter, etc.) oder einer Aufforderung warum man folgen sollte. Anschließend werden die empfehlenswerten Twitterer mit @Username aufgelistet. Und auf jeden Fall muss sich in diesem Tweet entweder der Hashtag #ff oder #followfriday befinden.

Zukunft des Followfriday

Der Followfriday ist inzwischen fester Bestandteil der Twitter-Community – ohne gehts kaum. Deswegen haben sich inzwischen auch schon einige Tools und Webseiten nur diesem Thema gewidmet. Beispielsweise auch die Seite tweet-tools.com. Diese ermöglicht, dass man die Empfehlungen zum Followfriday nicht einzeln twittern muss, sondern empfehlenswerte User nur noch in eine Liste packt und schließlich den Link zur Empfehlungsliste twittert. Ob sich dies aufgrund vorhandener Usability-Barrieren durchsetzen wird, ist fraglich.

Ein wirklich nützliches Tool ist hingegen der Followfriday Helper. Ab einer gewissen Menge verfolgender Personen hat man oft nur noch sehr schwer einen Überblick, wer wirklich empfehlenswert ist und wer nicht. Der Followfriday Helper hilft bspw. dabei, Twitterer ausfindig zu machen, mit denen man in der letzten Woche stark interagiert hat. Dies lässt sich auch nochmal nach Retweets, Mentions, Favoriten etc. unterteilen.

Grundlegend sehe ich es jedoch so, dass der Followfriday nicht plötzlich verschwinden wird. Er wird sich verändern, in welcher Form auch immer und vielleicht wird auch Twitter selbst noch etwas aus dem #Followfriday machen. Es wäre nahezu fahrlässig diese TPS-Schleuder (Tweets per Second) außer Acht zu lassen.

Bringt der Followfriday wirklich so viele Follower ?

Nunja, darüber lässt sich streiten. Ich schaue mir das ja nun schon seit einiger Zeit genauer an und kann sagen, dass ich im Schnitt ca. 4 bis 10 neue und interessierte Follower durch den Followfriday dazu gewinne. Man sollte sich also nicht zu viel versprechen. Es geht hier meiner Meinung nach aber auch nicht nur darum, Follower einzusammeln, obwohl der Name es ja eigentlich sagt. Ich finde, ein Hauptaugenmerk sollte auch darauf liegen, den Empfohlenen und den Followern zu sagen „Hey, ich nehme Dich wahr und ich schätze Deine Inhalte! UND – ich sage es sogar weiter!“. Ich finde, inzwischen geht es vielmehr um die Empfehlung an sich und letztlich ist das nichts anderes als „Beziehungsarbeit„. (Klingt etwas sachlich-unschön, ich weiß ;-) )

Persönliches zum Followfriday

Natürlich habe ich auch versucht zu reflektieren, wie ich eigentlich selbst den Followfriday handhabe und warum ich empfehle, wen ich empfehle. Letztlich basieren meine #ff´s immer auf einer guten Mischung aus Sympathie und Wissensmehrwert. Einige Twitterer nutzen #ff´s auch, um Follower auf den eigenen Account zu ziehen (man empfiehlt Personen, die einem noch nicht folgen). Doch von solchen Methoden bin ich nicht wirklich begeistert, denn schließlich geht es dabei immer noch um den Empfehlungswert und bei solchen Strategien ist dieser völlig außen vor. Und wer weiß, ob man dadurch nicht sogar durch schon vorhandene Follower abgestraft wird.

Wie auch immer, tatsächliche Empfehlungs-Strategien habe ich nicht. Ich empfehle, was mir gefällt – fertig. Andere mögen mit ihren „Strategien“ vielleicht sogar ganz gut fahren, aber man muss ja nicht immer alles nur nutzen, um einen eigenen Vorteil daraus zu ziehen (und das passiert online ja ständig). Dabei wäre ich auch gleich schon bei dem nächsten Grund, weswegen ich Twitterer zum Followfriday empfehle: um auf noch frische Twitterer und Blogs oder Webseiten aufmerksam zu machen. Ich zähle nun knapp über 800 Follower und ich denke, da ist eine Empfehlung, die ein paar Follower nach sich zieht für frische Twitterer gar nicht übel – Denn letztlich hat JEDER Twitter-User mal mit 0 Followern mal angefangen.

Wer @sommerkoma bzw. die Onlinelupe bei Twitter empfiehlt


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10 Kommentare zu Followfriday – Was war er mal? Was bringt er noch?

  1. Als Kommentar würde hier eigentlich ein schlichtes „AMEN!“ reichen, denn in Deinem Artikel ist einfach alles gesagt.

    Natürlich nutze auch ich den FollowFriday und eich muss zugeben, ich begründe meine Empfehlungen nicht weiter, dazu gehen meine Interessen zu weit auseinander. Dennoch hat mich dieser Artikel etwas zum Umdenken bewegt, und ich glaub ich werde das in Zukunft etwas anders gestalten. Wie, weiß ich noch nicht, aber eben anders.

    Auch den Punkt User zu empfehlen, denen man nicht selbst folgt halte ich für unsinnig. Da denke ich es ist dann eher wie Heuchelei. Etwas empfehlen, was man nicht selbst „testet“ (ich weiß, ist gerade dumm ausgedrückt, aber mir viel nichts anderes ein).

    Und man lernt nie aus, jetzt weiß ich, wie der FollowFriday entstanden ist :-)

    Grüße

  2. Hi Peter,

    Danke für diesen Kommentar! Das freut mich sehr, dass der Artikel doch noch ein wenig zum Umdenken anregt – das hat er mit mir während des Schreibens auch getan.

    Was den Punkt „User empfehlen, denen man nicht folgt“ betrifft, so erlebe ich das eigentlich jede Woche, dass ich von irgendwelchen (meist englischsprachigen) Accounts #ff´s erhalte, obwohl die mich wohl weder verstehen, noch wissen, wozu ich twitter.

    Ich denke aber, dass viele so einem #ff doch folgen und sich dadurch „geehrt“ fühlen und einfach mal folgen. Nunja.

    Wie geschrieben, ich finde trotzdem, dass es den Followfriday geben muss – wie auch immer man sich ihn selbst gestaltet :-)

    Viele Grüße
    Jasmina

  3. Hallo Jasmina,
    ich bin ja erst seit Mai „Twitterin“ und hab den #FF so übernommen, wie man ihn mir „vorgelegt“ hat. Vielleicht sollte ich auch mal umdenken, aber wenn dann Freitag ist und ich wie immer im Stress bin, nimmt man halt wieder die „AneinanderreihVariante“ ;-)

    Kurz noch: Du hast oben die „Favoriten“ erwähnt. Dieser Posten steht ja in jedem Profil, aber ich hab bis jetzt noch nicht rausgefunden wie ich diese Favoriten füllen kann. Hab mir jetzt extra ne Liste angelegt, die meine Favoriten beinhaltet, aber es wurmt mich immer, dass das „Favoriten“ da so sinnlos unter meinen Tweets steht. Hast Du eine Ahnung wie das geht?

    LG Jutta

  4. Hallo Jasmina,

    Schöner Artikel!

    Ich habe ebenfalls den Followfriday so übernommen, wie ich ihn bei Twitter erlebt habe, als wir bei Twitter aktiv wurden. Ich habe mir bisher auch nicht so viele Gedanken gemacht, wenn ich meine Favoriten für den Followfriday so aneinanderreihe. Meine #ff bestehen immer aus allen denen ich selbst folge, die ich gerne lese oder in der Woche besonders aufgefallen waren. Aber in Zukunft ändere ich das ein wenig.

    Auf jeden Fall finde ich den #Followfriday klasse und ich hoffe das es ihn noch lange geben wird.

  5. Aloha,
    leider bringt er heute nicht mehr sonderlich viel. Klar kommt es auf die Uhrzeit an, wie viele Follower jemand hat und wie viele noch in der Charge stecken. Ich sehe den #ff eigentlich nur noch als „Belobigung“ an. Freue mich wenn ich sie bekomme und gebe sie gerne an Menschen weiter, die tolle Tweets lieferten oder ich auch mag. Aber nur bestenfalls in einem Tweet. Mehr nerven nur in der Timeline, bringen der Person noch weniger und sehen für mich immer etwas merkwürdig aus.

    Anders sieht es natürlich bei Leuten aus, die sehr, sehr viele Follower haben. Doch idR. jucken die Leute ihre Follower dann nicht mehr wirklich.

    Cheers, Andi

  6. Ein sehr schöner Artikel, Jasmina :) Wie du schon schreibst: Der FollowFriday bringt nicht überwältigend viele neue Follower. Jemanden auf diese Weise zu empfehlen, ist jedoch eine nette Geste – eine schöne Art, sich bei jemandem für tolle Inhalte oder nette Twitter-Konversationen zu bedanken.
    Ich gebe zu, dass ich den FollowFriday in letzter Zeit etwas vernachlässigt habe. Als ich erst 100 oder 200 Follower hatte, war es noch relativ einfach, sich für einige besonders empfehlenswerte Twitterer zu entscheiden. Bei mehr als 700 fällt es mir immer schwerer, den Überblick zu behalten. Und manchmal ist mir das ganze Gezwitscher einfach zu viel. Ich gelobe Besserung :)

  7. Da kann ich mich nur anschließen, ein toller und aufschlußreicher Artikel.

    Ich denke schon, daß der FollowFriday noch einiges bringt. Ich bedanke mich mit meinen Empfehlungen ganz einfach jeweils bei einigen von mir abonnierten Twitterern. Und Danke sagen hat doch noch nie geschadet oder?

  8. Hi Kai,

    danke für Deine Nachricht ! Das sehe ich letztlich auch so – Danke sagen schadet nie ! :) Und das ist auch, was der FF für mich ausmacht – ich finde, auf mögliche weitere Follower kommt es da nicht mehr wirklich an.

    LG
    Jasmina

  9. Reine Listen verschicken: NEIN!
    Auf Erwähnungen antworten JA!
    Auf Erwähnungen antworten, wo der Follower bzw. ich Ihm nicht FOLG/bzw. GEFOLGT werde NEIN! Außer es handelt sich um eine wertvolle TimeLine!

    Ich reagiere auf Erwähnungen und BEDANKE mich!

    Warum versuche ich ALLEN zu antworten:
    Zu erwähnen und erwähnt zu werden, ist auch eine nette Geste, Wertschätzung und oft sind es letzte CHATS die saggen, HALLO erinnere DICH!

    Aber diese endlosen Listen verschicken ist #Spam
    @OfficeAndGo Danke für den TOLLEN ARTIKEL!

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