Sinnieren, spekulieren, prognostizieren

Blogpause

Darum geht es beim heutigen Webmaster Friday: nämlich die Frage, wie man es mit spekulativen Artikel oder gar Prognosen und „Spinnereien“ im Blog hält. Oder wie beim Webmaster Friday etwas provokativ gefragt wird: „Irgendwie ist so ein Blog ja auch wie ein Käseblatt, oder?“. Natürlich geht es nicht immer nur um sachliche Fakten, Zahlen, Studien, Forschungen – in fast jedem Blog findet sich auch mal etwas, dass eben nicht so einfach zu belegen ist – Spekluationen zur Entwicklung von Google, Prognosen zum Wettbewerb der Social Media Player oder „Sinniertes“ zum Verhalten zwischen Mensch und Maschine.

Spekulation, Prognose, Wissen

ebooksVielleicht sollte ich erläutern, wie ich die Definition jener Begriffe sehe und in welcher Verbindung sie für mich zu Blog-Artikeln stehen. „Wissen“ ist da relativ einfach abzugrenzen. Wie Platon bereits sagte „Wissen ist wahre, gerechtfertigte Meinung.“ (die philosophische Diskussion unterlasse ich hier aber lieber). Wissen ist etwas, dass meines Erachtens begründbar, nachvollziehbar, erforscht und logisch ist und dieses Wissen kann ich besitzen oder eben nicht und dieses dementsprechend in meinem Blog teilen – oder eben nicht. Spekulationen und Prognosen basieren meiner Ansicht nach auf Wissen. Spekulationen und Prognosen ohne Wissen, sind meist ziemlich schwammig, vage und oft auch falsch – ohne Wissen lassen sich diese schlecht oder gar nicht begründen. Beispiel: Natürlich kann ich eine Prognose zum Thema „demografischer Wandel in Bayern“ abgeben, aber diese würde weder auf Wissen basieren und damit sehr wahrscheinlich falsch sein – und würde ich so in meinem Blog argumentieren, hätte ich in Sachen Glaubwürdigkeit und Vertrauen sicher ganz schlechte Karten. Ebenso verhält es sich mit Prognosen.

Spekulieren und prognostizieren im Blog

Es gibt  so einige Blogger, die beispielsweise wirklich gute Prognosen zu diversen Entwicklungen des Internets abgeben. Darunter zähle ich beispielsweise auch einen Artikel von Peer, in welchem es Anfang 2010 um Google und dessen Entwicklung ging. Zuerst möchte ich sagen, dass ich solche Artikel und deren Autoren sehr bewundere, erst recht, wenn sich so einige Vermutungen bestätigen – das zeugt meines Erachtens von sehr viel Wissen, Intelligenz und Erfahrung. Natürlich variiert das auch von Blogger zu Blogger – Peer hat in solchen Dingen mein Vertrauen, andere würden mit solch einem Artikel vermutlich schlechter weg kommen.

Das Salz in der Suppe?

SalzDa ich einen ziemlich großen Respekt vor angebrachten und argumentativ starken Prognosen und Spekulationen habe und selbst nie nur mal etwas in dieser Richtung schreiben würde, um des Traffics oder der Aufregung willen, hat man einen solchen Artikel wohl auch noch nie bei mir gefunden. Natürlich könnte ich dies tun und prognostiziere auch das ein oder andere Mal in meinem stillen Kämmerlein, aber ein Wagnis bleibt so manche Äußerung dennoch.

Was das Sinnieren betrifft, kann ich jedoch behaupten, auch schon den ein oder andern guten Artikel geschrieben zu haben. Dazu zähle ich unter anderem Berichte, wie:

Das sind natürlich Dinge, die man so sehen kann, aber auch aus ganz anderer Sicht betrachtet werden können. Festgestellt habe ich jedoch, dass solche Artikel meist sehr gut ankommen – vorausgesetzt, es steht nicht völliger Quatsch drin. Gern paare ich solche Artikel auch mit etwas Humor, weil es eben nicht super-dramatisch-ernste Thematiken sind, wenngleich die Betrachtungsweise sehr interessant sein kann.

Fazit

Meine Ansicht ist, möchte man von seinen Bloglesern ernst genommen werden, dann sollte man sich schon reiflich überlegen, welche Spekulationen und Prognosen man durch die Weltgeschichte schickt. Das kann auch mal ganz schnell den Blog-Ruf kosten – besonders wenn es sich um heikle Thematiken im gesellschaftlichen Bereich handelt. Ein weiterer Punkt ist, wie man diese Prognosen und Spekulationen formuliert. Das wird ja sehr unterschiedlich gehandhabt und von sachlich, lustig, aggressiv und plakativ gibt es da hunderte Möglichkeiten. Generell sollte bei diesen Dingen nie der Anspruch auf Belegbarkeit und Nachvollziehbarkeit verloren gehen – denn die Frage des Webmaster Friday, ob man als Blogger auch eine Verantwortung für korrekte Berichterstattung hat, kann ich nur mit „Ja, nach bestem Wissen und Gewissen“ beantworten.

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2 Kommentare zu Sinnieren, spekulieren, prognostizieren

  1. Na, beim Thema Spinnereien bin ich ja wohl der perfekte Ansprechpartner :-)
    Ich gebe dir in allen Punkten Recht. Zuerst mal: Ohne Wissen geht nix. Bei vielen Artikeln musste ich auch erst mal recherchiere, und dann erkennen, dass manche Textpassage komplett umgeschrieben werden musste, weil die Fakten doch etwas anders lagen, als ich sie durch „Volkesmund“ gehört hatte. Es gibt eben immer 2 Wahrheiten..
    Prognosen lassen sich noch relativ leicht erstellen, wenn man die Trends langfristig verfolgt. Das ist eigentlich keine Hexerei. Spinnereien erheben dafür keinen Anspruch auf reale Zustände, sondern sind eher im Bereich Fiktion anzusiedeln. Ob man sich dadurch seinen Blogger-Ruf ruiniert?
    Ich denke es kommt auf den Blog an. Erlaubt ist es sicher. Man kann ja sogar eine eigene Rubrik dafür einrichten. Lockert ja manchmal auch einen sehr Sachthemen bezogenen Blog auf. Und Spinnereien haben ja irgendwie auch wieder was menschliches, nöö?…

  2. Ja, nach bestem Wissen und Gewissen.

    Das ist ein toller, tiefblickender Artikel und danke, dass Du das Vertrauenswürdigkeit-Thema ansprichst.

    Ich denke, diese kommt gar nicht immer unbedingt dadurch, dass jemand viele richtige Prognosen macht. Für mich ist es eine Frage dessen, wie der Autor generell an Themen herangeht, in welchem „Ton“ er spekuliert. Ich mache die Erfahrungen, dass auch beim Bloggen oft der Ton die Musik macht.

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