Das Mitarbeitergespräch – worauf es ankommt und wozu es gut ist

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Viele EinzelunternehmerInnenn, die mal als „Einzelkämpfer“ gestartet sind, denken irgendwann darüber nach, Mitarbeiter einzustellen. Irgendwann kristallisiert sich heraus, welche Aufgaben delegierbar sind und dich als Unternehmer einfach nur aufhalten. Beziehungsweise ermöglichen mehr Ressourcen auch ein schnelleres Wachstum des Unternehmens. Diejenigen, die sich als Digitale Nomaden verstehen, setzen hierbei oft auf virtuelle Assistenten, die in der Regel per Mail agieren und bspw. E-Mails bearbeiten können oder diverse Recherchen anstellen. Ob das für die Weiterentwicklung des eigenen Unternehmens genügt, muss jeder Einzelunternehmer selbst entscheiden. Auch Peer von „Selbständig im Netz“ ging in diesem Jahr diesen Schritt und stellte eine Mitarbeiterin ein. Das Suchen und Finden einer/eines passenden MitarbeiterIn ist bereits nicht unbedingt einfach und kann eine ganze Menge Zeit in Anspruch nehmen. MitarbeiterInnen zu halten, zu motivieren und langfristig für das Unternehmen zu gewinnen ist jedoch auch nicht mal eben „nebenher erledigt“, sondern bedarf besonderer Aufmerksamkeit. Ein sehr gutes und einfaches Mittel, um die Kommunikation zwischen Unternehmensführung und Mitarbeitern voranzutreiben und so für die Weiterentwicklung von Personal und Unternehmen zu sorgen, ist das Mitarbeitergespräch.

Zu meinen Zeiten als Angestellte hatte ich selbst einige Mitarbeitergespräche und habe diese immer als sehr positiv und motivierend empfunden. Im beruflichen Alltag steht man als Mitarbeiter mit seinen Ideen, Problemen und Möglichkeiten eher weniger im Fokus. Ein Mitarbeitergespräch gibt einem jedoch die Möglichkeit, genau diese Dinge mal anzusprechen, die im beruflichen Alltag entweder gut oder schlecht laufen.

Laut Wirtschaftswoche ist das Feedbackgespräch, Mitarbeitergespräch oder auch Jahresendgespräch leider jedoch etwas, was in deutschen Unternehmen noch viel zu selten durchgeführt wird. Dabei eignet sich besonders das Jahresende sehr gut, um die unternehmerische und persönliche Entwicklung revue passieren zu lassen, neue Pläne zu schmieden und den Mitarbeiter zu motivieren. Kaum ein Unternehmen wünscht sich eine hohe Mitarbeiterfluktuation, weswegen es für den Mitarbeiter und das Unternehmen nur von Vorteil sein kann, mindestens ein Mal im Jahr Fakten klar auf den Tisch zu bringen und eine gemeinsame Idee von der nahen bis mittelfristigen Zukunft zu finden.

Was wird in einem Mitarbeitergespräch besprochen?

Stellt sich in erster Linie die Frage: und was soll ich mit meinen MitarbeiterInnen im solch einem Gespräch genau besprechen? Hierbei geht es in der Regel um folgende Dinge:

  • Zielvereinbarungen
  • Leistungsbeurteilungen
  • Unternehmensbeurteilungen
  • Beurteilungen von Prozessabläufen
  • Entwicklungsmöglichkeiten des Mitarbeiters
  • allgemeine Verbesserungsmöglichkeiten

Gibt es im Rahmen des Arbeitsvertrages bereits Zielvereinbarungen müssen diese selbstverständlich besprochen werden. Welche Ziele konnten erfüllt werden? Welche Faktoren hatten Einfluss auf die Zielerreichung und könnte man das Ziel vielleicht noch höher schrauben? Welche Ziele konnten nicht erfüllt werden und welche Umstände führten dazu? Was kann man tun, um die definierten Ziele im nächsten Jahr zu erreichen?

Sehr gut wird häufig auch konstruktive Kritik im Rahmen von Unternehmensbeurteilungen und Leistungsbeurteilungen der Mitarbeiter aufgenommen. Als Unternehmer erhält man so noch einmal einen ganz anderen Blick auf viele Prozesse und Zustände im Unternehmen und auch der/dem MitarbeiterIn kann ein „Blick von außen“ helfen, um bestimmte Dinge im Arbeitsablauf etc. zu optimieren.

Stattfinden sollte so ein Gespräch mindestens ein Mal im Jahr. Ich fand es damals ganz angenehm, wenn solche Gespräche im Halbjahresrhythmus stattfanden. Ein Jahr kann doch schon eine ziemlich lange Zeit sein und so wird die Motivation bereits nach 6 Monaten nochmal aufgefrischt.

Gesprächsfakten festhalten und umsetzen

Dass das Gespräch an sich in einer positiven und angenehmen Atmosphäre stattfinden sollte, versteht sich eigentlich von selbst. Als Unternehmer, aber auch als Mitarbeiter sollte man vorbereitet in solch ein Gespräch gehen. Das beginnt damit, bereits frühzeitig einen Termin für das Gespräch festzusetzen und der/dem MitarbeiterIn beispielsweise eine Vorlage auszuhändigen, auf der eine Unternehmensbeurteilung und eine eigene Leistungsbeurteilung festgehalten werden können.

Wenn Zielvereinbarungen ebenfalls ein Bestandteil des Gesprächs sind, müssen natürlich auch diese vorliegen, um sie konkret besprechen und neue Ziele definieren zu können.

Wichtig ist außerdem, die/den MitarbeiterIn nicht nur mit vagen Zielen und Optionen aus dem Gespräch gehen zu lassen, sondern beispielsweise auch gemeinsam konkrete Maßnahmen und konkrete Daten festzulegen und diese niederzuschreiben. So können Ziele im Nachhinein nicht nur besser protokolliert werden, sondern auch der Mitarbeiter geht mit einem „konkreten Plan“ aus dem Gespräch, was in der Regel ein stärkeres Gefühl von Motivation hervorruft.

Bildquelle: pixabay.de

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3 Kommentare zu Das Mitarbeitergespräch – worauf es ankommt und wozu es gut ist

  1. Sehr gute Tipps, die alle einleuchten, wenn man das Ganze eines Unternehmens im Blick hat. Im Grunde ist die Motivation der Mitarbeiter eines der höchsten Güter und diese beispielsweise alle 6 Monate zu stärken und etwaige Probleme durch konstruktive Kritik auszuräumen finde ich sehr sinnvoll. Auch die Bereitstellung eines Plans, was konkrete Ziele betrifft, finde ich sehr nützlich, um Mitarbeitern auch nach dem Gespräch eine klare Übersicht zu diesen Zielen zu ermöglichen.

  2. Ich glaube online ist so ein Mitarbeitergespräch noch intensiver durchzuführen als sonst. Aber gerade, weil es dann gleich schriftliche Zusammenfassungen des Gesprächs gibt, kann das Ganze eine sehr gute Methode sein!

    Gruß

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