Online Reputation – Wie man die Online-Vergangenheit bereinigt oder sauber hält

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Was haben der Jugendschutzverein „Kids for Kids e.V“ und Miriam Meckel gemeinsam ? Richtig, beide agieren nun im Zeichen der Digital-Diät. Während es sich bei dem Vorhaben des „Kids for Kids e.V.“ um ein Experiment mit 16 Jugendlichen handelt, macht Frau Meckel ernst und nahm die Zeit des Heilfastens kurz vor Ostern zum Anlass, ihren vorerst letzten Post auf ihrem Blog zu veröffentlichen, um zu verkünden, dass sie nun eine digitale Diät antrete. „In diesem Sinne werde ich mich von der regelmäßigen Bespielung dieses Weblogs nun für einige Zeit verabschieden. Nicht um mich von allem abzukoppeln, sondern um mich auf das Wesentliche zu konzentrieren – die ruhige und maßvolle Aufnahme von Informationen und ihre balancierte Verarbeitung.“ so Frau Meckel.

Die Thematik scheint die Runde zu machen und allmählich immer mehr Anhänger zu finden, die versuchen möchten, ein Leben in Digitaldistanz zu führen.
So weit, so gut, doch was passiert mit den Online-Fußspuren, die man in so einem Fall hinterlässt und vielleicht gar nicht hinterlassen möchte ? Dass es immer schwieriger wird, den eigenen „guten Namen“ bzw. Die eigenen digitalen Fußspuren auch „rein“ zu halten, ist inzwischen keine Neuigkeit mehr.
Umfragen ergaben, dass mehr als die Hälfte aller Arbeitgeber Bewerber über Suchmaschinen screenen, bevor sie zum Bewerbungsgespräch eingeladen oder gar eingestellt werden – und auch das ist keine Neuigkeit. In einem von zehn Fällen kommt es vor, dass Unternehmen dann Informationen im Netz finden, die sie besser hätten nicht finden sollen.

Und weil Ihnen das nie ein potentieller Arbeitgeber sagen würde, ist es wichtig, dass Sie Ihre eigenen digitalen Fußspuren aufspüren und bereinigen, sofern die Notwendigkeit besteht. Facebook, Fotos, Blogs, Blog Kommentare, gecachte Webseiten, YouTube Videos, Tweets – in all diesen Dingen kann die Welt Beweise für frühere Meinungsäußerungen,  Fehltritte, ominöse Bekanntschaften usw. finden, die von anderen im schlimmsten Fall gar nicht so spaßig empfunden werden.

Aber wie gegen die vergangenen Online-Spuren ankämpfen ?

1. Eigene Postings löschen

Der größte Teil blamabler Online-Inhalte sind Dinge, die man selbst geposted hat. Löschen Sie all dieses Material. Durchforsten Sie all die von Ihnen genutzten sozialen Netzwerke und Webseiten (auch die eigenen): Facebook, MySpace, Twitter und so weiter. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob bestimmte online Inhalte akzeptabel sind, stellen Sie sich vor, Ihre Großmutter oder ein potentieller Arbeitgeber würde sich diese Inhalte ansehen. Na? Doch lieber löschen?

2. Blocken Sie Außenstehende

Eigentlich jedes soziale Netzwerk bietet die Einstellung, den Zugang zum eigenen Profil für andere eingeschränkt sichtbar zu machen bzw. den Zugang zum eigenen Profil erst bei Zustimmung zu gestatten.  Nutzen Sie diese Optionen und lassen Sie nur noch Leute auf Ihr Profil blicken, die Sie vorher beäugt und bestätigt haben.

3. Suchen Sie nach Ihrem Namen

Durchforsten Sie Ihre komplette Online-Präsenz, indem Sie alle großen Suchmaschinen nach Ihrem Namen durchsuchen. Klicken Sie sich durch alle Suchergebnisseiten, öffnen Sie jeden Link und prüfen Sie die Inhalte.

4. Suchen Sie noch cleverer

Suchen Sie nun mal alle Suchmaschinen mit der Eingabe Ihres Nachnamens in Kombination mit Ihrem Wohnort ab. Suchen Sie danach nach Ihrem Nachnamen in Kombination mit den von Ihnen besuchten Schulen/Unis oder anderen Institutionen, Vereinen usw., die Sie jemals besucht haben.

5. Höfliche Bitten zur Löschung

Finden Sie Seiten, auf denen Inhalte vorhanden sind, die Ihre Großmutter oder der nächste Arbeitgeber besser nicht sehen sollten und Sie können diese Inhalte nicht eigenständig löschen, dann schreiben Sie eine höfliche eMail an den Webseiten-Administrator, dass dieser jene Inhalte bitte löschen möge. Wenn die Kontaktdaten auf der Seite selbst nicht bekannt gegeben sind, dann können Sie für deutsche Domains aktuelle Kontaktdaten der Webseite unter www.denic.de abfragen.

6. Unhöfliche Aufforderungen zur Löschung

Hilft Punkt 5 nicht und der Administrator kam Ihrer Bitte nicht nach, dann schreiben Sie wiederholt eine etwas unhöflichere Aufforderung zur Löschung der Inhalte, die mit Ihnen in Verbindung stehen. Das heißt nicht, dass Sie ausfällig werden sollen. Die Aufforderung kann aber ruhig mit Nachdruck erfolgen.

7. Suchen Sie kurze Zeit später wieder unter den Gesichtspunkten wie in Punkt 3 beschrieben.

8. Suchen Sie kurze Zeit später wieder unter den Gesichtspunkten wie in Punkt 4 beschrieben.

9. Und wenn gar nichts mehr hilft: Erstellen Sie Konter-Posts

Fluten Sie das Internet mit attraktiven, unschuldigen Fotos und erstellen Sie einen Blog, in welchem Sie detailierte Informationen zu Ihrer gemeinnützigen Arbeit mit heimatlosen Tieren beschreiben. Je mehr positives Material Sie verbreiten, desto weiter wird das negative Material an das Ende der Suchergebnis-Listen verbannt (zumindest sollten Sie darauf hoffen).

10. Erstellen Sie zumindest einen Google-Alert und einen Yahoo-Alert mit Ihrem Namen und den oben genannten Kombinationen.

So erfahren Sie relativ zeitnah, wenn neue Inhalte mit Ihrem Namen im Netz landen und auch durch andere auffindbar sind. Im Notfall dann Punkt 5 und 6 anwenden.

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Jasmina

Wer schreibt hier? Jasmina

Hi! Ich bin Jasmina, die Autorin von onlinelupe.de. Seit 2010 schreibe ich hier über digitales Arbeiten und Selbständigkeit im Internet.

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