Neues von Facebook – Downloads, App-Dashboard, neue Gruppen und doch ein Redesign

In den letzten 24 Stunden wurde heiß um eine kurzfristig angesetzte Presse-Konferenz von Mark Zuckerberg & Co. diskutiert. Überall vermutete man die Ankündigung eines neuen Layouts bzw. Designs. Über minimale Änderungen am Chat-Fenster oder anderer Elemente wurde bereits gefachsimpelt und vermutet – die Twitter-Timeline mit dem Hashtag #facebook stand kaum still und auch einige Blogger ließen sich schon zu Vermutungen hinreißen.

Und dann kam doch alles irgendwie anders als gedacht.

Neues App-Dashboard – bessere Kontrolle ?

Große Social Media Blogs, wie Mashable, verfolgten die Konferenz live per Blog und über weitere Kanäle. Mark Zuckerberg stieg mit einer Erklärung ein, man habe sich in den letzten 60 Tagen faktisch eingesperrt und die Köpfe zusammengesteckt, um fundamentales zum Thema „Social Network“ zu besprechen, zu entwickeln und nun präsentieren zu können. Auf einem der ersten Slides befand sich der Titel „Giving you more control„. Damit angekündigt wurde ein neues App-Dashboard, dass Facebook-Usern ermöglicht, einen besseren Überblick über ihre Seiten und Applikationen zu erhalten. Längst überfällig und deswegen gut, dass diese Möglichkeit nun bald vorhanden ist. Somit wird besser und schneller einsehbar, welche Seiten oder Applikation eigene Daten verwenden und verwerten. Das Dashboard wird zukünftig über die Privat-Einstellungen verfügbar sein und grundsätzlich drei Hauptinformationen beinhalten:

1. Die Rechte, die Apps haben um persönliche „Social Graph“-Informationen zu erhalten.

2. Ein Rechte-Management für diese Apps.

3. Detaillierte Zugangs-Logs.

Informations-Download – „open portable Facebook“ ?

Auch unter dem Motto „Mehr Kontrolle“ fällt eine neue Funktion, die es ermöglicht, eigene und umfassende Account-Informationen zu downloaden. Zum Download bereit stehen dann sämtliche Profilinformationen, Nachrichten, Pinnwand-Updates, Fotos etc.. Der Download selbst erfolgt über ein .zip-File. Sinn dahinter soll natürlich nicht nur jener sein, einen etwas anderen und besseren Einblick in alle Informationen zu erhalten, die bei Facebook entweder hochgeladen oder gepostet wurden. Ziel ist es auch, die Möglichkeit zu schaffen, dass diese Informationen ebenfalls auf anderen Seiten hochgeladen werden können. Der Techcrunch Blog bezeichnet dies sogar als eine bahnbrechende Neuerung in Anlehnung an das Diaspora Projekt und der Schaffung einer Art „open portable Facebook“. Der Download der Profilinformationen soll auch schon heute bzw. in diesen Tagen möglich sein.

Lösungen für das größte Social Network Problem

Nach der Ankündigung dieser Neuerungen kam Mark Zuckerberg zur wahrscheinlich umfassendsten Änderung und stellte dazu erst einmal eines von ihm ausgelobtes großes Problem des Social Networking in den Raum: Das Differenzieren von Nachrichten und sozialen Kreisen (Social Circles). Facebook-Freunde sind Arbeitskollegen, tatsächliche Freunde, Schulfreunde, Geschäftspartner, Familienangehörige etc – und nicht immer möchte man mit allen die gleichen Informationen teilen. Zuckerberg sieht das als generelles Problem aller sozialen Netzwerke. Erster Ansatzpunkt Facebook´s war es, die User an dieser Stelle ein sogenanntes „Friend Mapping“ vornehmen zu lassen. Weitere Ideen von Freundeslisten (die häufig aber gar nicht genutzt werden – im Schnitt 5% der User), bis hin zualgorithmischen Lösungen zur Sortierung von Freunden wurden in Erwägung gezogen und wieder verworfen. Zuckerbergs Überzeugung dahinter: bestünde die Möglichkeit, Informationen mit voneinander abgegrenzten Gruppen zu teilen, steigt die Anzahl der Informationen, die geteilt wird.

Die neuen Facebook Gruppen

Da Freundeslisten nicht den gewünschten Erfolg bringen würden und algorithmische Lösungen auch mal schnell falsche Ergebnisse liefern könnten, muss also etwas anderes her. Die Idee für eine neue Definition von Gruppen kam aus der Art und Weise der Funktion und Nutzung von Fotos bei Facebook. Laut Mark Zuckerberg sind 95% der Facebook User auf Fotos getaggt – die Meisten dieser Tags erfolgen durch Freunde und nicht durch den Facebook User bzw. den Abgebildeten selbst. Das soll nun auch das Prinzip der neuen Gruppen werden.

Wie funktionieren also diese neuen Gruppen? Gegründet werden Sie durch einen Facebook-User, kontrolliert, erweitert und belebt jedoch durch mehrere User. Das Tagging-Prinzip erlaubt es weitere Mitglieder hinzuzufügen. Weiterhin gibt es beispielsweise Features, wie einen Gruppen-Chat, eine Gruppen-Funktion für das Editieren von Dokumenten, Gruppen-Emails und weitere Features. Gruppen haben ein eigenes Logo und eigene Icons, sie ersetzen nicht die üblichen Freundeslisten und bilden letztlich das, was Zuckerberg als einen „pristine graph“ bezeichnet. Jedes Mitglied einer Gruppe hat Kontrolle über diesen gemeinsam genutzten „Shared Space„. Laden Mitglieder weitere User zu dieser Gruppe ein, muss dies über eine Anfrage vom Gruppengründer bestätigt werden – generell sind aber beliebig viele User zu einer Gruppe hinzuzufügen.

Und nun doch ein Redesign?

Wie der Techcrunch-Blog nun berichtete, wird es in den nächsten Wochen und Monaten diese oben genannten und weiter Facebook-Neuerungen geben. Und eine davon wird nun doch sehr wahrscheinlich ein Redesign sein. Derzeit unterscheiden sich Facebook Places-Seiten noch von Facebook Gruppen-Seiten und Profil-Seiten. In nächster Zeit sollen alle Seiten in der Optik der Gruppen- und Places-Seiten erscheinen. Eine linksbündige Navigation soll beispielsweise eingeführt werden und die derzeitigen Tabs ersetzen. Ebenfalls wird der Facebook Chat in die linke Seite rücken.  Alles ohne Gewähr, doch es scheinen bereits ein paar Dinge durchgesickert zu sein.

Übrigens: Wer Lust hat, sich die Presse-Konferenz anschauen, kann dies über diese Link tun.

Persönliches Fazit

Ehrlich gesagt, bin ich froh, dass es nicht gleich ein Redesign geworden ist. Die neue Gruppen-Funktion macht in jedem Fall neugierig und spricht ein Problem an, dass sicher viele kennen, die nicht nur Freunde, sondern auch Arbeitskollegen, Geschäftspartner etc. unter ihren „Facebook-Freunden“ haben. Man will und muss nicht alles mit jedem teilen. Gespannt bin ich, wie einfach – oder wie kompliziert – diese neue Gruppen-Funktion zu handhaben ist. Was das neue App-Dashboard betrifft, kann ich dieses auch nur begrüßen – derzeit ist die Kontrolle von Apps und Seiten relativ „unhandlich“ – und selbst wenn es nur darum geht, nur einzusehen, welche Apps man bereits zugelassen hat und welche Daten sie überhaupt nutzen. Noch recht wenig kann ich persönlich mit der Download-Funktion anfangen – anschauen werde ich sie mir in jedem Fall, ob ich es aber tatsächlich wirklich gebrauchen kann, darüber bin ich mir noch nicht wirklich im Klaren.

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Jasmina

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