Social Bahnhof – Branchentalk vs. Normalo-User

Social Bahnhof

Facebook, Twitter, Youtube, Google Plus, Share, Like, Plus, Tweet, Fan, Follower, Timeline, Circle, Hangout, QR Code, Tag, Workspace, Cloud, Tag, Foursquare, Instagram, Microblog, Twittern, Channel, Content, Widget, App, Blog, Plugin, RSS, Fanpage, Mobile, Followen, Stream, Liken, Community, Video on Demand, eBook, Button, …

..diese Liste von Begrifflichkeiten, die mit dem Web 2.0, Social Media oder eben der Digitalisierung unseres Alltages Einzug hält, kann beliebig erweitert werden – und trotzdem wird die breite Masse rein gar nichts damit anfangen können.

Dass der übliche Social-Branchentalk, anders als angenommen, noch nicht wirklich bei normalen Nutzern und Konsumenten angekommen ist, zeigt eine aktuelle Studie von eResult.

Facebook & Liken – das kennt man

Facebook. Facebook verstehen mittlerweile so ziemlich alle. Von 1.500 befragten Personen gab es immerhin nur 3.1% die irgendwie schon mal „Facebook“ gehört haben, aber im Grunde nicht wissen, was das überhaupt ist. Eigentlich nicht schlimm – die Quote „der Wissenden“ ist schon ziemlich hoch. Hätte ich schätzen müssen, wäre ich wohl davon ausgegangen, dass deutlich weniger Personen mit dem Begriff Facebook etwas anfangen können.

Bei Google Plus sieht es schließlich so aus, wie ich es bereits für Facebook in etwa angenommen hätte. 31% haben davon schon mal was gehört, haben aber keine Ahnung, ob Google Plus nun ein Netzwerk, eine Suchmaschine oder ein E-Mailversender oder vielleicht doch etwas ist, was man in einen Cocktail mixen kann. Bei den unter 29-jährigen wissen zumindest schon mal 65%, dass es sich bei Google+ um ein Netzwerk aus dem Hause Google handelt.

Kenntnis sinkt mit dem Alter..

Social BahnhofDas ist keine plumpe These, sondern ein Ergebnis der eResult-Studie. Je älter die Befragten sind, umso seltener können die Personen etwas mit einem „Like“ anfangen. In Zahlen: Sind die Befragten unter 29 Jahren alt, dann wissen 73% beim Thema „Like“ bescheid. Bei den über 29-jährigen liegt die Quote schon nur noch bei 50%.

Noch heftiger fällt das Ergebnis beim Thema QR-Codes aus. Die kleinen „neugierigmachenden“ Piktogramme kleben mittlerweile an allem, was irgendwie in die Nähe eines potentiellen Kunden kommen könnte – Plakate, Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, DVDs, CDs, Flyer, Sticker…

Vertraut man auf die Ergebnisse der eResult-Studie stellt sich jedoch die Frage: Interessiert das überhaupt so etwas wie eine relevante Masse? Ca. 750 von 1.500 Befragten Personen wissen nichts mit dem Begriff „QR-Code“ anzufangen – durch die Bank weg in jeder Altersklasse.  Bei den über 50-jährigen sind es sogar nur 30%, die wissen, was es mit diesen Piktogrammen auf sich hat.

Learning?

Ich kann mir vorstellen, dass die Annahme der meisten Social-, Marketing-, PR-Leute ist, dass die Zielgruppe „ja schon wissen wird, was es sich mit dem RSS, Circle und QR-Code auf sich hat“.

Betrachtet man diverse Angebote und Werbeschaltungen von Online-Shop bis Printmedium und stationären Geschäften, sind Facebook, Twitter, Youtube & Co. allgegenwärtig – und auch ihre Sprache.

Dass die Wenigstens diesen Branchentalk „Like uns auf Facebook“ wirklich verstehen und eigentlich gar nicht wissen, was ihr Lieblings-Imbiss ihnen mit diesem neuen Plakat im Fenster nun eigentlich sagen will, davon gehen die wenigsten der Marketing-, PR-, Social-Berater aus. eResult zeigt: Die breite Masse versteht es in der Regel eben noch nicht.

Doch was nun? Darauf verzichten, die Kunden auch auf die Facebook Fanpage oder zum Youtube Channel zu führen? Dann eben keine Fanpage, kein Twitter-Account und den Youtube-Channel machen wir auch platt? Das muss natürlich nicht sein. Doch wer muss hier welche Brücke schlagen? Müssen Kunden einfach mal etwas aktiver lernen mit den Begrifflichkeiten umzugehen oder sind Unternehmen und Marketing-Agenturen nicht vielmehr gefordert, Kunden sanfter und verständlicher an den Branchentalk heranzuführen?

Wichtig ist aus meiner Sicht, dem Kunden zeitgleich vier Dinge zu vermitteln, die sich mehr oder minder auch aus dem bekannten AIDA-Prinzip (Werbewirkungsprinzip) ableiten lassen:

  1. Hey, Du findest uns auch „daundda“ im Internet ! Schau mal vorbei! (=Attention mit fließendem Übergang in „Interest“, die in vielen Fällen allein schon deswegen entsteht, weil man irgendwie neugierig ist, was der Imbiss oder die Eisdiele bei Facebook so treibt.)
  2. Wir sprechen eine Sprache – deswegen:  „Like mich nicht, damit möglichst viele Fans und Follower  meinen Content sharen“, sondern „Besuche mich doch mal im sozialen Netzwerk Facebook“ (=Interest, mit fließendem Übergang in „Desire“)
  3. Wenn Du uns da gefunden hast, dann macht es „deswegen“ [hier einen Grund einfügen] Sinn, dass Du uns hier folgst. (=Desire, mit fließendem Übergang in „Action“)
  4. Du findest uns unter: „hiereinesehrsimpleundleichtzumerkendeurleinfügen“ (=Action)
..Denn einerseits ist das Problem des Wordings (siehe oben) nicht weg zu reden und andererseits muss der Nutzer eine einfache Brücke von physischem Plakat zur Adresszeile im Browser von PC, MAC oder Smartphone finden. QR Codes sind dazu eine Möglichkeit, doch wie wir gesehen haben, wissen die Wenigsten, was sie mit den Pixeln tun sollen.

Ebenso in den meisten Fällen unnütz ist eine ellenlange URL à la

Das kann sich schlichtweg eben kein Mensch merken, weswegen sogenannte URL Shortener, die merkbare URLs produzieren, hier eine wichtige Rolle spielen – oder man sichert sich eben gleich eine merkbare und kurze Facebook Vanity URL oder Google Plus Vanity URL

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Jasmina

Wer schreibt hier? Jasmina

Hi! Ich bin Jasmina, die Autorin von onlinelupe.de. Seit 2010 schreibe ich hier über digitales Arbeiten und Selbständigkeit im Internet.

2 Kommentare

  1. Ich denke gerade bei QR-Codes, aber auch bei einem Like würden die Zahlen in der Umfrage hoch gehen, wenn man nach einem Bild fragt und nicht nach QR-Code. Wurde das gemacht?

    Da ist die Antwort eher: „Klar, habe ich schonmal gesehen, da hat mir meine Tochter/Sohn ’ne App aufs Handy gemacht“

  2. QR-Codes halte ich auch noch für vollig unterwertet und oft einfach falsch eingesetzt. Dabei ist die Umsetzung einer QR Code Kampagne, verglichen mit anderen im Online Marketing relativ einfach umzusetzen.

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