Bloggen macht krank!

Jetzt erwartet man wahrscheinlich einen Blogpost, der in einigen Abschnitten erst begründen wird, warum ich nun festgestellt habe, dass Bloggen ungesund ist, krank macht und besser nicht betrieben werden sollte – mit einem anschließenden Statement, dass ich meinen Blog aufgrund dieser Umstände nun einstampfen werde. Nicht ganz. Der Webmaster Friday fragt in dieser Woche: Ist Bloggen ungesund? Und ich sage: Bloggen kann ganz schön ungesund sein – aber ich sage auch: Bloggen kann ganz schön gesund sein!

PC-Zeiten und Internet(sucht)

Im Grunde ist Bloggen etwas, das man letztlich nur im Internet betreiben kann. Da liegt die Frage recht nahe: Wie viel Zeit kann man vor dem PC und im Internet verbringen und dies noch als gesund bezeichnen? Fakt ist, viele Blogger verbringen verdammt viel Zeit im Netz – mich eingeschlossen – und ich möchte behaupten, dass es an mancher Stelle sogar ungesund ist. Von einer Abhängigkeit spricht man in diesem Fall, wenn man das Netz übermäßig nutzt, sodass dies als gesundheits- und persönlichkeitsgefährdend einzustufen ist. Einen interessanter Blog zu diesem riesigen Themengebiet namens droge-internet.de habe ich übrigens vor einiger Zeit in der Onlinelupe vorgestellt. Ich habe ein wenig recherchiert, konnte aber keine Definitionen finden, die beschreiben, wie viel Zeit man optimalerweise vor dem PC und im Netz verbringt oder ab wann die Nutzung als Sucht einzustufen ist. Also ist es ratsam, auf sich selbst zu achten, denn es gibt diverse „Symptomatiken“,die darauf hinweisen können, dass eine „Online-Sucht“ vorliegt – beispielsweise:

  • sehr häufiges und ein überwindliches Verlangen, sich im Internet zu bewegen
  • Kontrollverluste und Schuldgefühle in Verbindunge mit dem Internet
  • soziale Verschiebungen – vor allem im Bereich enger Bezugspersonen (Kontaktabbrüche, Verlust der Relevanz enger Kontakte…)
  • nachlassende Arbeitsleistung
  • Nervosität, Reizbarkeit oder Depressionen, sofern man an der Internetnutzung verhindert wird
  • fehlgeschlagene Vermeidungsversuche
  • häufiges Rügen durch Bezugspersonen in Bezug auf eine verstärkte Internetnutzung

Ähnlich wie bei anderen Süchten ist es natürlich deutlich einfacher gesagt als getan, das eigene Fehlverhalten überhaupt als solche einzustufen oder wahrzunehmen. Präventiv kann es hilfreich sein, sich bewusste Auszeiten zu nehmen und dadurch für „netzfreie Zeitfenster“ zu sorgen und die Prioritäten zwischen online und offline Leben in Balance zu halten.

Arbeitsplatz und Sitzhaltung

Bildquelle: Grahl GmbH, Steyerberg/Voigtei
Bildquelle: Grahl GmbH, Steyerberg/Voigtei

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt, welcher das Bloggen unmittelbar betrifft, sind Arbeitsplatz und Sitzhaltung. Die Zahl der körperlichen Probleme durch falsche Sitzhaltungen und gesundheitsschädliche Arbeitsplätze hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Dabei ist es gar nicht so schwierig. Schon einfache Maßnahmen und Tricks helfen Rückenbeschwerden, Schmerzen und Fehlhaltungen zu vermeiden. Erklärt wird dies beispielsweise gut, kurz und bündig in dem Artikel „Gesunder Rücken: Richtig sitzen am PC“ oder in einer Checkliste bei ergo-online.

Essen und Getränke

Wie es auch beim Webmaster Friday angesprochen wurde, hat so ziemlich jeder Blogger ganz unterschiedliche Angewohnheiten, welche Getränke er während des Bloggens so zu sich nimmt und was er nebenbei auch gerne mal isst. Dazu gab es in der Onlinelupe vor kurzem sogar eine kleine Blogparade zum Thema „Nervennahrung für Blogger„. So unterschiedlich die Blogger so unterschiedlich sind und waren auch ihre nahrungsbezogenen Angewohnheiten. Der Eine mag lieber Süßkram, der Andere legt sich Kaffee-Infusionen. Was ich persönlich jedoch grundlegend nie tue ist, während des Bloggens Alkohol zu mir zu nehmen – das raubt mir Konzentration und gute Ideen und das Glas Wein trinke ich dann doch lieber in Gesellschaft. Ansonsten habe ich in letzter Zeit auch meinen Kaffee-Konsum enorm nach unten schrauben können, indem ich meinen Standard-Kaffee einfach mal gegen koffeinfreien Malz-Kaffee ausgetauscht habe. Das schon nicht nur den Magen, sondern letztlich auch die Nerven.

…aber Bloggen bildet und macht gesund !

Tcha, alles in allem bleibe ich aber entgegen des Titels dabei zu behaupten: Bloggen bildet, verbindet, stärkt, erfreut und verwirklicht und ist deswegen unter der Beachtung minimaler Kleinigkeiten (siehe oben) auch gesund bzw. nicht gesundheitsschädigend.

Ja, übermäßiger Netzkonsum ist krankhaft und kann zu schweren psychischen und sozialen Problemen führen, ebenso wie eine schlechte Sitzhaltung zu Rückenschmerzen und eine einseitige Ernährung zu Magen-Darm-Problemen führen kann – in meinen Augen ist es wichtig, sich selbst bewusst wahrzunehmen und das eigene Handeln möglichst gut und regelmäßig zu reflektieren. Ich möchte mich nicht davon freisprechen, nicht auch mal Phasen mit Konzentrationsschwierigkeiten und Unlust zu durchleben – dann aber bleibt der PC aus, der Blog bleibt Blog und ich suche mir neue Energie und Ideen in meinem Offline-Leben.

Bloggen macht krank!
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Jasmina

Wer schreibt hier? Jasmina

Hi! Ich bin Jasmina, die Autorin von onlinelupe.de. Seit 2010 schreibe ich hier über digitales Arbeiten und Selbständigkeit im Internet.

11 Kommentare

  1. Schön beschrieben, aber mir fällt da gerade etwas auf^^ Dieser große Graue fleck auf deiner Sidebar … da steckt wohl eine AdSense-Anzeige zuviel auf der Seite … Test, Übersehen oder Absicht (Ok, bei einem test wäre es ja Absicht) … Wie dem auch sei, es freut mich mal wieder hier gewesen zu sein

    Ein schönes Wochenende wünsche ich schon mal :D

  2. Jep, glaube aber das Problem liegt eher in der Anzahl der AdSense-Codes. Ich weis nicht ob das Maximum noch gilt, aber eigentlich werden pro Seite nur drei Blöcke ausgeliefert … weswegen nun einer leer bleibt …

  3. Ein sehr schöner, differenzierter Artikel. Vielen Dank dafür. Wieder einmal kann ich nur bestätigen, was du schreibst. Wenn man viel im Internet unterwegs ist, ist es auf jeden Fall sehr wichtig, gut auf sich aufzupassen. In dieser Hinsicht habe ich leider selbst schon ziemlich unschöne Erfahrungen gemacht (vor allem im Teenager-Alter). Aber wenn man es nicht übertreibt, kann Bloggen sicherlich auch gesund sein. Wenn ich mich richtig erinnere, wirkt sich Bildung positiv auf die Gesundheit aus ;)

    1. Liebe Barbara,

      und genau das ist die Schlussfolgerung -> „alles in gesunden Maßen“ – nur diese eigenen und individuellen Maße muss man erst einmal herausfinden. Das viel mir eine ganze Zeit lang echt schwer – nun kenne ich meinen Biorhythmus (glaube ich) ganz gut :-)

      LG
      J.

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