Die 15 Weisheiten zum Social Web

ABC

Das gute alte Social Web – kaum ein Tag vergeht, ohne dass man einen Blick in die neuesten Tweets bei Twitter oder die aktuellsten Status-Updates bei Facebook wirft. Der Mobile-Hype verstärkt dieses noch und ermöglicht es, jene Informationen zu jeder Zeit und an fast jedem Ort abrufen zu können. Sogar bloggen geht von unterwegs aus. Währenddessen entwickeln sich Eigenarten und Problemstellungen im Umgang mit Netzwerken, Social News Plattformen etc., die hier in den 15 Weisheiten zum Social Web – ab und an auch mit einem Augenzwinkern – zusammengefasst sind.

1. Das Social Web ist zeitraubend

Wer hat diese Erfahrung noch nicht gemacht? Ob nun Communities, Netzwerke, Blogs etc. – insgesamt können sie alle dazu verleiten, mehr Zeit im Netz zu verbringen als ursprünglich geplant. Und auch bei all dem guten Willen funktioniert es so oft nicht, die Zeit beim Surfen, Netzwerken und Bloggen im Griff zu haben. Lösung? Wirklich konsequentes Zeitmanagement!

2. Man kann nicht das ganze Internet lesen

So oder so ähnlich hat es auch mal Miriam Meckel formuliert. Karl Kratz äußert sich ähnlich – obwohl ich der Meinung bin, dass man bereits nach 24-stündiger Abstinenz seinen Rat befolgen kann. Alle möglichen Informationen aufnehmen zu wollen, ist schier unmöglich. Lieber gut sortiert an die Sache gehen und da vertiefen, wo es wirklich interessant und relevant wird.

3. Ohne Netzwerke glauben wir nichts mehr zu können

Der ZDFonline / Rob Vegas Tweet ist zwar eine Meldung der Ironie – aber wirklich abwägig ist sie dennoch nicht. Oder wie ging es jüngst vielen als das Netzwerk Facebook für mehrere Stunden nicht erreichbar war? Na, selbst ertappt?

4. Das Social Web verändert unsere (virtuelle) Kommunikation

Vor 10 Jahren fragte man noch: „Was ist schlecht an einem Brief?“. Die eMail ist selbstverständlich geworden. Wahrscheinlich schon so selbstverständlich, dass was neues, besseres, direkteres, schnelleres her muss. Und wo erwische ich Leute noch schneller, als in ihrem eMail-Postfach? Klar, im Social Web ! Da sehe ich, ob derjenige gerade online ist oder nicht, kann eine direkte Antwort abwarten oder ihn sofort behelligen, wenn er irgendwann als online erscheint oder Status-Updates schreibt. Und mal andersherum gedacht. Schreibt euren „Freunden“ doch mal per Mail: „Ich habe immer noch das alte Twitter-Interface. Komme mir langsam vor wie ein CDU-Politiker.“ (Zitat timpritlove) Schon komisch, oder ?

5. Wer nicht nach den Regeln des Social Web kommuniziert, fällt durch

Tausende Guidelines und Tipps dazu, wie man in jeweiligen Netzwerken kommunizieren oder gar Kunden ansprechen sollte, gibt es bereits. Das heißt aber nicht, dass jeder das richtig macht, was sich irgendwann als „richtig“ herausgestellt hat oder als „richtig“ definiert wurde. Und da sollte man doch meinen, dass gerade Unternehmen, Künstler oder Projekte, die sich im Social Web vermarkten wollen, sehr viel Wert darauf legen, es „richtig“ zu machen und auch das nötige Kleingeld haben, sich geeignete Handlanger dafür zu organisieren. Weit gefehlt – „Social Media Expert“ ist bereits jeder, der eine Facebook-Fanpage anlegen kann und gerade benannten Gruppen fällt es häufig unglaublich schwer tatsächlich userfreundlich zu kommunzieren. Und was passiert? Anstatt „Top“ wird man „Flop“.

6. Geheimnisse? Gibt´s nicht mehr!

Ihr erinnert Euch an den #Katzencontent oder #Blumenkübel ? Gut. Stellt euch nun mal vor, was mit diesen Informationen vor ..15 Jahren passiert wäre. Richtig. Nicht viel. Vielleicht hätte die ein oder andere Regionalzeitung über solche Vorfälle berichtet. Das war es dann aber auch. Heute kann jegliche Information online zerrupft, zerhackt, gelobt und vor allem verbreitet werden. Und das löst von Zeit zu Zeit sogar derartige Wellen aus, dass sich diverse Fernsehsender dazu verleiten lassen, über jene „Online-Wellen“ zu berichten und Übeltäter wie Frau „Katze-in-Tonne“ nicht nur mit einem Gerichtsverfahren, sondern mit einer Menge Hohn und Spott davonkommen.

7. Das Social Web ermöglicht eine neue Transparenz

Ob die neu gewonnene Transparenz durch Internet bzw. das Social Web Fluch oder Segen ist, darüber wird fast täglich diskutiert. Dass es sie gibt, ist Fakt und damit ist der Informationsgehalt, den wir über uns selbst in den Datenstrom werfen sicherlich nicht gering. Wir werden transparent und andere werden für uns transparent. In einigen Fällen ist das gut, in anderen eben nicht. Wichtig ist, sich nicht nur mit dem Nachrichtenstrom, sondern ab und an auch mal mit den Sicherheitseinstellungen diverser Netzwerke zu beschäftigen.

8. Einmal Netzwerk, immer Netzwerk

Ist die Auswahl der genutzten Netzwerke Profil-, Geschmacks- oder Trend-Sache? Sind sie letztlich nicht alle gleich und sehen eigentlich nur unterschiedlich aus? Wie auch immer, Netzwerke gibt es genügend und es werden sicher noch einige hinzu kommen. Die Auswahl reicht inzwischen von Business-Netzwerken über Video-Netzwerke hin zu Studenten-Plattformen etc.. Fast für jeden ist da etwas dabei. Bin ich Schüler und werde zum Studenten? Kein Problem, dann wird mit ein paar Klicks das Netzwerk gewechselt, die Freunde „nimmt man mit“ und die Angst „etwas zu verpassen“ minimiert sich. Sich aus der ganzen Sache raus zu halten, wird immer schwieriger und wie oft hat man zumindest schon von echten Internet-Verweigerern auf die Frage hin, ob sie irgendwo ein Profil im Netz haben, beispielsweise den Satz gehört: „…Na, irgendwie sind doch alle bei Facebook.“. Mit Sicherheit gab es auch sogenannte Abmeldungs-Wellen in diversen Netzwerken, aber wer bei bspw. Myspace war, vergnügt sich nun eben woanders – der Trend zeigt zumindest: immer mehr Personen verewigen sich in Netzwerken.

9. Von wegen es gibt keine Grenzen im Netz

Dass das Internet keine Grenzen kennt, ist eine der am weitesten verbreiteten Annahmen oder Floskeln. Sehr wohl kennt es Grenzen. Bestes Beispiel Youtube. Wie oft klickt man da auf ein Youtube-Video, um schließlich zu erfahren, dass man im falschen Land lebt, um sich dieses ansehen zu dürfen? Danke Gema!

 

10. Facebook ist das Friede-Freude-Eierkuchen-Netzwerk

Mit dem „Like“-Button wurden auch die Stimmen für einen Dislike-Button laut. „Bei Facebook hält man wenig von den Absichten der Dislike-Initiative und sorgt sich um die Gute-Laune-Aura des Netzwerkes. „Positive Meldungen passen besser zu uns als negative“, sagt ein Facebook-Sprecher. Er sorgt sich auch um die Wirkung negativer Kommentare. „Eine destruktive Information erzeugt keine viralen Effekte“, sagt er. Facebook will Miesepetern kein Podium bieten und vermeiden, dass unter positiven Status-Updates eines Nutzers „Gefällt mir nicht“-Äußerungen anderer erscheinen – beispielsweise aus Missgunst, Eifersucht oder schlechter Laune.“ (Quelle: www.welt.de) Nunja, dass User nicht ganz so doof sind und in der Masse schon zwischen „gut“ und „böse“ unterscheiden können, bewiesen bereits oben genannte Vorfälle wie der „Katzencontent“ und ähnliches. Dass es auch ohne Dislike-Button Miesepeter gibt, ist ebenfalls belegt. Aber wir haben gelernt: Gute Nachrichten verbreitet man bei Facebook. Gute und schlechte Nachrichten gibt´s bei Twitter.

 

11. Kreativität erreicht ein neues Level

Da sich nun so ziemlich jeder im Netz austoben, betätigen und bewähren kann, wird die Luft in so manchen Branchen dicker. Kreativ kann inzwischen jeder sein und Netzwerke wie Youtube beweisen, dass selbst Laien begehrte Entertainer, Musiker, Darsteller oder Künstler sein können. Oder woher kam plötzlich dieser Justin Biber? Auch zeigen Übersichten zu den meistabonnierten Youtube-Kanälen: Dahinter verstecken sich überwiegend Privatpersonen. Um hier mithalten zu können und die Gunst der User zu ergattern, wird von Kreativen, Textern, Designern etc. einiges gefordert und einfacher wird es sicher nicht.

 

12. Das Social Web kann tatsächlich sozial sein

Was ist eigentlich „sozial“? „Das Wort sozial (..) bezeichnet wechselseitige Bezüge als eine Grundbedingtheit des Zusammenlebens, insbesondere des Menschseins.“ (Quelle: wikipedia). Und es ist wahr – in offenen Netzwerken, wie beispielsweise Twitter oder über Blogs finde ich mit Sicherheit immer jemanden, der sich für ähnliche Belange interessiert und sich darüber mit mir austauscht bzw. austauschen würde. Dabei trifft man auf Personen, die man sonst sehr wahrscheinlich nicht kennengelernt hätte. „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ und im besten Fall werden aus Bekanntschaften sogar Freunde.

 

13. Wir definieren uns anders und weitreichender

Es ist ja nun nichts neues, dass sich viele im Web anders definieren als in der „Realität“. Vor 20 Jahren wäre niemand auf die Idee gekommen, anderen genaue Statistiken zur Anzahl und „Nähe“ seiner Freunde zu erläutern. Im Social Web ist das sehr relevant geworden und für die Masse zählt: Je mehr, desto besser. Natürlich, wenn sich Marken über die Anzahl ihrer Fans profilieren, tun wir dies irgendwie auch. Wir übernehmen die Regeln der Netzwerke und lernen die „Netzwerk-Sprache“, um dazuzugehören.

 

14. Der „Senf der Vielen“ macht keinen richtig schlau

 

Die Plattformen des Social Web geben jedem eine Möglichkeit der Meinungsäußerung – und so kommt natürlich auch ziemlich viel Quatsch zusammen. Was in Sachen Medienkompetenz für Webseiten gilt, sollte auch für die Teilnehmer, Freunde und Follower in sozialen Netzwerken gelten: Nein, nicht alles, was geschrieben wird ist wahr oder richtig! Nicht jedes Angebot ist seriös und gut und nicht jeder Link ungefährlich, nur weil ich ein „echtes Foto“ neben der Meldung sehe.

 

15. …

 

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Jasmina

Wer schreibt hier? Jasmina

Hi! Ich bin Jasmina, die Autorin von onlinelupe.de. Seit 2010 schreibe ich hier über digitales Arbeiten und Selbständigkeit im Internet.

10 Kommentare

  1. Zu 1) sei allerdings noch gesagt, dass ich da der Meinung bin, dass das Netz in der Hinsicht nicht besser oder schlechter als das restliche, nicht-virtuelle Leben ist. Wenn ich mich da abends mit Freunden noch auf ein Bierchen verabrede, um den Tag mit ihnen für 1 Stündchen ausklingen zu lassen, werden da bei angeregten Gesprächen auch mal schnell 3 oder 4 Stunden draus.

    Selbigen Effekt sehe ich insbesondere bei Frauen auch öfter beim Telefonieren. „Ich ruf nur mal kurz XY an…“ Sprach’s, und ward für den Rest des Abends nicht mehr gesehen ;)

    1. Hi Sascha,

      das wollte ich damit auch nicht ausdrücken – dass es schlechter oder besser ist. Klar, die Zeit dahin rieseln zu lassen, funktioniert auch in anderen Bereichen sehr gut ! :-)
      Aber ich muss schon sagen: Im Netz funktioniert es furchtbar gut ! Das Thema hatten wir hier im Blog auch schon ein paar Mal. Mir passiert es ja selbst bei der Recherche für Artikeln nur zu gern, dass ich mich durch die halbe Welt klicke und lese und lese und irgendwann bemerke, dass ich ja eigentlich einen Artikel schreiben wollte. Am effektivsten schreibe ich deswegen, wenn „alles aus“ ist – kein Twitter, kein Facebook, kein Skype usw. – da ist man sonst schneller wieder bei ganz anderen Themen, als man sich umsehen kann.

      Viele Grüße
      Jasmina

  2. Hey Jasmina,

    habe herrlich in mich hinein geschmunzelt! Ein schöner Beitrag den du uns da beschert hast! Finde mich in fast jedem deiner Punkte wieder …

    Verdammt, jetzt weiß ich wieso mein Tag immer so schnell an mir vorbeisaust ;-)

    1. @Kati & @Sascha

      Lieben Dank ihr beiden! Den Texteditor jedoch auf Vollbild zu stellen, bringt mir meist gar nichts- aus Neugier schaue ich dann ja doch mal woanders vorbei – deswegen muss wirklich konsequent alles „aus“ sein – da bin ich sonst zu undiszipliniert ;)

  3. Oh ja, das ist wahr. Ablenkungen warten im Netz an jeder Ecke, vor allem, weil es im Web 2.0 ja an jeder Ecke Kommunikationskanäle gibt.

    Daher gibt es ja auch Blogger, die zum Schreiben Editoren nutzen, welche den gesamten Bildschirm einnehmen, so dass man sich durch kein Blinken in der Task-Leiste, keine Popups, keine E-Mail-Benachrichtigung oder sonstigen Krempel ablenken lassen kann. Da ist man ganz allein mit seinem Text ;)

  4. Pingback: Links der Woche #3 | Von der Texterin zur Millionärin
  5. @ Jasmina,

    wirklich sehr toller Artikel. Super Tweets die du da reingestellt hast. Ist wirklich faszinierend das Thema und es geht fast jedem genauso.

    @ Sascha,

    so ein Editor bringt aber nichts, wenn man ihn alle 10min. minimiert um nichts bei Twitter zu verpassen ;-)

    1. @bohn: Danke, Danke, Danke :-) Scheint auch ganz gut anzukommen ;) Habe da noch so ein paar Ideen, bin mir bei solchen Themen nur manchmal etwas unsicher – könnte ja auch einfach mal nach hinten los gehen… Was den Editor betrifft, gehts mir genauso – bringt alles nicht ;)

  6. Pingback: Blog der Woche: Onlinelupe | Blog der Woche | Blog der Woche, Onlinelupe, Jasmina Dreissel

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